welt der O R C A S
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Kanada
Forschung


D r. Paul Spong erforscht seit über 30 Jahren Orcas in ihrem natürlichen Lebensraum. Da Spong die Tiere nicht stören will, erfolgen seine Erkundungen ausschließlich von Land aus. Der Sitz seiner Forschungsstation "OrcaLab" ist in Hanson Island bei Vancouver Island in British Columbia (B.C.). Hier analysiert er das ganze Jahr über die akustischen Signale der Schwertwale. Mit Hilfe von Unterwassermikrofonen (Hydrophonen), die Dr. Spong zusammen mit seinem Team vor Hanson Island installiert hat, wird ein Gebiet von ungefähr 50 Quadratkilometern abgehört. Da bereits viele Wale durch Tonbandaufnahmen und Foto-Identifikation bekannt sind, können die erfassten Wal-Stimmen ganz gezielt Einzeltieren zugeordnet werden.

Die Wissenschaftler von Hanson Island arbeiten eng mit anderen Forschern und Walbeobachtern zusammen und erhalten durch eine intensive Kommunikation untereinander viele Aufschlüsse über die Lebensweise der residenten (= ortstreuen) Tiere vor British Columbia. Zum Beispiel können sie so herausfinden, ob sich die Wale durch die Annäherung von Booten gestört fühlen und ihr Verhalten ändern.

In über 3 Jahrzehnten Forschungstätigkeit hat Spong nicht nur sein Wissen über die Schwertwale erweitern können, sondern er hat auch so manches Erlebnis mit den schwarz-weißen Meeresgiganten zu verzeichnen gehabt. Im GEO-Heft 3/2002 steht zum Beispiel folgende Anekdote über Paul Spong: "Doch Schwertwale haben nicht immer nur Fressen im Sinn. Sie sind auch für Spielerisches zu haben und manchmal sogar Retter aus Seenot. Das erfuhr der in Kanada forschende Meeresbiologe Paul Spong, als er 1970 mit seinem Kajak in der Johnstone Strait in dicken Nebel geriet. Plötzlich war er umringt von prustenden Orcas, die ihre verbrauchte Atemluft ausbliesen. Spong antwortete ihnen mit Blastönen auf seiner mitgeführten Flöte und paddelte blindlings im Nebel weiter, wie ein pfeifender Junge im dunklen Wald. Die Orcas blieben zehn Stunden lang quasi als Geleitschutz an seiner Seite und drehten erst ab, als eine Insel in Sicht kam - hatten sie das Blaslaute ausstoßende Kajak vielleicht für einen in Bedrängnis geratenen Artgenossen gehalten?"

Neben Paul Spong erforscht die Wissenschaftlerin Alexandra Morton die Lebensweise der Schwertwale des nördlichen B.C. Auch sie kann anhand von akustischen Merkmalen und der Foto-Identifikation die Individuen einer Walgruppe wiedererkennen und bestimmen. Ein Schwerpunkt ihrer Forschungsarbeit ist die Bedrohung der Orcas durch Lachsfarmen. In diesen Farmen wird absichtlich großer Lärm erzeugt mit dem Ziel, Robben von den Gehegen fern zu halten. Aber die akustische Belastung vertreibt auch die Schwertwale aus ihrem Lebensraum. Alexandra Morton konnte schon einige Farm-Betreiber dazu überreden, die Geräte wieder abzuschalten...
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