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Orcas
Soziale Bindung und Jagdgewohnheiten ( Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 )


D ie Orcas schwimmen immer in Familienverbänden, die zusammen mit anderen Familien so genannte Schulen oder Pods bilden. Die größte Ansammlung an Schwertwalen, die zusammen durchs Meer streiften, wurde Ende der 90er Jahre in den Gewässern Alaskas gesichtet. Es handelte sich um eine Gemeinschaft von 2.500 Tieren.

Die Mitglieder eines Pods gehen sehr fürsorglich miteinander um. Bei Orcas wird häufig beobachtet, dass sie tote oder verletzte Artgenossen nicht verlassen, sondern versuchen, diesen zu helfen. Schwimmt ein Jungtier einmal in ein Ringnetz, zeigt ihm das Muttertier, wie es die Falle wieder verlassen kann. Bei Strandungen wird den Orcas ihr soziales Verhalten jedoch oft zum Verhängnis. Man hat beobachtet, dass während einer Rettungsaktion von gestrandeten Schwertwalen die ins Meer geleiteten Tiere sofort wieder zu ihren Artgenossen an den Strand zurückschwammen und sich somit einer erneuten Todesgefahr aussetzten...

Die in Pods schwimmenden Orcas tauchen und atmen fast synchron wie nach einer einstudierten Choreographie. Da Schwertwale Säugetiere sind, müssen sie zum Atmen regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen, um durch ihr Blasloch verbrauchte Luft auszustoßen und frischen Sauerstoff aufzunehmen. Ortstreue Verbände tauchen meist nach einem festen Muster in Abständen von etwa 10 bis 30 Sekunden vier bis fünf mal kurz ab, um danach drei bis vier Minuten lang unter Wasser zu bleiben (sie können bis 1.000 Meter tief tauchen). Vagabundierende Schulen dagegen zeigen meist kein einheitliches Tauchverhalten.

Schwertwale nehmen zwischen 2,5 und 5 % ihres Körpergewichts als Nahrung zu sich. Beim Jagen teilen sich die Orcas die Arbeit. Mehrere Wale treiben zum Beispiel einen Heringsschwarm nahe der Oberfläche dicht zu einer so genannten „Beutekugel“ von etwa 3 bis 4 Metern Durchmesser zusammen. Fluchtversuche der Fische werden verhindert, indem die Wale die Beutekugel immer enger umkreisen und Luftblasennetze ausstoßen. Außerdem zeigen die Schwertwale den Fischen ihre helle Bauchseite, was diese offenbar noch mehr verängstigt und dazu veranlasst, statt in die Tiefe abzutauchen, an die Wasseroberfläche zu schwimmen und dicht beieinander zu bleiben. Hat der Fischschwarm eine genügend dichte Konsistenz erreicht, schlagen einige Wale mit ihren Fluken aufs Wasser. Durch die Wucht der Schläge werden viele Fische getötet oder betäubt und das große Fressen kann beginnen.


Inhalt des Steckbriefs:


Seite 1 - Erkennungsmerkmale
Seite 2 - Geburt und Lebenserwartung
Seite 2 - Spieltrieb und Wanderverhalten
Seite 3 - Soziale Bindung und Jagdgewohnheiten
Seite 4 - Mit allen Sinnen Teil 1
Seite 5 - Mit allen Sinnen Teil 2
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